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Wolfgang Stricklings Auesee-Fotogalerie


Traditionell geht unser Tauchclub am Karfreitag im Auesee zum Antauchen.
Im April 2012 war ich dort ebenfalls im Wasser. Fische waren leider nicht zu sehen. Überrascht war ich aber vor allem durch dort vorkommenden riesigen Schwärme von Schwebegarnelen, die sich in wenigen Metern Tiefe am Grund ausbreiten. Im laufe des Frühjahres verschwinden die Schwärme und es sind dann nur noch vereinzelte Exemplare zu sehen. Im Spätsommer 2014 habe ich bei einem Nachttauchgang wieder größere Ansammlungen dieser Tiere gesehen.


Ein großer Schwarm von Süßwassergarnelen, vermutlich die Donau-Schwebegarnelen (Limnomysis benedeni). Man kann manchmal direkt durch die Schwärme hindurchtauchen.

Sowohl die Garnelen als auch die im Auesee vorkommenden Wandermuscheln gehören zu den sog. Neozoen, also eingewanderten Arten, die in Mitteleuropa nicht immer heimisch waren. Einige dieser Neozoen können die etablierte Fauna durch neue Krankheitserreger oder als Konkurrenten verdrängen und so unser Ökosystem allmählich deutlich verändern. Während die Wandermuscheln schon seit der zunehmenden Schifffahrt im 19. Jahrhundert in größerem Stil in unsere Gewässer einwandern, scheint das Auftreten der Schwebegarnelen erst ein Phänomen der letzten Jahre zu sein.

Nähere Informationen zu den Schwebegarnelen beim VDST und bei Patrick Steinmann.




Hier die Makroaufnahme der Donau-Schwebegarnelen (Limnomysis benedeni), die Probe stammt aus dem Halterner Stausee.

Auf einem Fingerschwamm (Spongilla lacustis) befinden sich einige der als Einzeltiere sehr unscheinbaren Garnelen.

Für eine exakte Artbestimmung der Garnele reicht die Auflösung des Bildes leider nicht aus. Deshalb habe ich einige Tage später im nahegelegenen Halterner Stausee einige Proben entnommen und bestimmt. Demnach handelt es sich vermutlich um die Donau-Schwebegarnele Limnomysis benedeni  (eventuell Atyaephyra desmaresti?).

Im Bild: der Süßwasser-Fingerschwamm (Spongilla lacustris), die sich in großen Kolonien an den versenkten Tannenbäumen niedergelassen haben.




Flusskrebse sieht man gelegentlich auf dem Sandboden.

Es handelt sich ausschließlich um den Kamberkrebs (Orconectes limosus), ebenfalls eine Neozoenart. Sie sind aus Amerika nach Europa eingeschleppt worden und haben bereits in vielen Gewässern unsere einheimischen Krebsarten verdrängt. Ursache ist vor allem, dass die fremden Arten gegen die "Krebspest", eine Pilzerkrankung, weitgehend immun sind, die europäischen Arten jedoch nicht.

Um den Krankheitserreger nicht unbeabsichtigt zu verbreiten, sollten Taucher, die im hier unterwegs waren, ihre Geräte und Anzüge sehr gut trocknen, bevor sie nach einem Tauchgang in anderen heimischen Gewässern abtauchen. Das Aussetzen dieser Krebse oder anderer Lebewesen aus einem See in ein anderes Gewässer ist aus diesem Grund ebenfalls tabu!

Nähere Details unter edelkrebsprojektnrw.de

Mehr zum Kamberkrebs auch beim VDST und bei Wirbellose.de


Einige Algenarten, für Fans der Mikrofotografie:
Habt Ihr Euch schon mal gefragt, was diese schleimigen Algenkissen eigentlich sind?
AlgenwatteMan sieht sie in vielen Seen: neongrün intensiv leuchtende schleimige watteähnliche Algenansammlungen. Sie bestehen überwiegend aus einem Filz haarfeiner Schraubenalgen verschiedener Arten (links unten) und auch vereinzelten Fäden von  Sternalgen (unten rechts).

Schraubenalgen Sternalgen



In vielen Seen finden sich bisweilen blaugrüne "Algenteppiche", die den Boden oder verrottende Pflanzen mit einem sehr dünnen schleimigen Film überziehen.
CyanobakterienUnter dem Mikroskop erkennt man unglaublich feine Fäden von - Bakterien!
Cyanobakterien und AstalgeHier zum Größenvergleich das Geflecht der Cyanobakterien mit dem Faden einer Astalge, die etwas dicker als ein Menschenhaar ist.







CyanobakterienHier eine Aufnahme bei höchster Vergrößerung. Ein Menschenhaar ist etwa 10 mal dicker als diese Bakterienfäden.

Es handelt sich also hier streng genommen nicht um Algen, sondern um eine bestimmte Klasse der Bakterien. Sie wurden früher auch als Blaualgen bezeichnet.


© Dr. Wolfgang Strickling, Drususstr. 15, 45721 Haltern am See. Tel: (0 23 64) 16 76 91

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Das letzte Update dieser Seite war am 20.09.2014
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